Ukraine: Erfahrung mit Cyberattacken, instabilen Stromnetzen und Solar-Ersatzstrom für Intensivstationen

Auf dem "Solarpower Summit" in Brüssel machen zwei Akteure aus der Ukraine deutlich, welche Rolle Photovoltaik und Batteriespeicher in dem Land spielen können und was die Europäische Union aus der Erfahrung unter dem Krieg lernen kann. Besonders relevant sind Anlagen auf Krankenhäusern und Schulen.

Yuliana Onishchuk organisiert Hilfe in einer schwierigen Situation. Russland zerstört systematisch die Stromversorgung in der Ukraine, die Energiewirtschaft war immer sehr männlich geprägt und viele Männer sind im Krieg. Deshalb bildet Onishchuks Organisation Energy Act for Ukraine Frauen darin aus, wie man Photovoltaik-Anlagen von Grund auf aufbaut, so berichtet sie auf dem „Solarpower Summit“ des europäischen Solarverbandes Solarpower Europe, der Mittwoch in Brüssel zu Ende ging.

Es bleibt nicht bei der Ausbildung – die Organisation baut Photovoltaik-Speicheranlagen für Schulen und Krankenhäuser. Nach eigenen Angaben hat sie bereits fast 1,5 Megawatt Photovoltaik-Leistung und 2 Megawattstunden Speicherkapazität verbaut. Eines der letzten Projekte ist etwas das Geburts- und Neugeborenenzentrum in Odessa. Die installierte Anlage könne an einem sonnigen Tag die Intensivpflege 18 Stunden am Laufen halten.

Photovoltaik ist nicht nur für Krankenhäuser udn Schulen interessant, sondern auch für Betriebe. Sie brauchen eine ununterbrochene Stromversogung, so Onishchuk. Eine Herausforderung sei, dass viele Projekte zu klein für Banken seien, so dass sie Schwierigkeiten hätten, eine Finanzierung zu bekommen, sagt ebenfalls in Brüssel Svitlana Romanko, Founder and Executive Director der Organisation „Razom we stand“, die sich dafür einsetzt, keine fossile Energie mehr aus Russland zukaufen, womit der Krieg finanziert wird. Eine Herausforderung sei, dass viele Photovoltaik-Projekte zu klein für Banken sind, so dass sie Schwierigkeiten hätten, eine Finanzierung zu bekommen. Sie ruft europäische Unternehmen und Investoren auf, in der Ukraine aktiv zu werden. Der Markt sei nicht perfekt, werde aber groß werden.

Onishchuk pflichtet ihr bei. Natürlich sei es mit Risiken verbunden, in der Ukraine aktiv zu werden, aber jetzt sei die Zeit die Regulatorik und den Markt zu verstehen. In mancher Hinsicht seien die Bedingungen auch gut. So sei es möglich, dass eine Anlage innerhalb von 16 Monaten alle Genehmigungen bekomme. Grundsätzlich waren sich beide Sprecherinnen einig, dass die Europäische Union von der Ukraine etliches lernen könne. Die ukrainischen Experten haben Erfahrungen mit Cyberattacken, mit instabilen Netzen, sie wüssten wie man die Infrastruktur schnell repariere und wie man Smart Grids baue. „Wir müssen das sehr schnell tun“, so Onishchuk.

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