pv magazine spotlight für neue DC-Wallbox von E3/DC: Vom Carport zum Strommarkt

Eine typische Photovoltaik-Anlage auf einem Einfamilienhaus mit zehn Kilowatt Leistung erzeugt an einem sonnigen Sommertag problemlos 50 Kilowattstunden Strom. Wer versucht, diese Energiemengen mit einer üblichen Heimbatterie von zehn Kilowattstunden aufzufangen, stößt aber schnell an Grenzen. Ein Teil des Solarstroms lässt sich speichern oder direkt verbrauchen, doch gerade an Tagen mit hoher Sonneneinstrahlung fallen die Strompreise häufig auf null oder sogar darunter. Zusätzliche Erträge sind dann kaum zu erzielen.

An kalten Wintertagen können die Verbräuche in Einfamilienhäusern mit Wärmepumpe auf 40 Kilowattstunden pro Tag steigen. Zwar helfen dynamische Stromtarife dabei, die Betriebskosten zu optimieren. Wirklich ausreizen lässt sich dieses Potenzial aber erst mit Kapazitäten, die ein sechs- oder siebenfaches von gewöhnlichen Heimspeichern betragen.

Tatsächlich besitzen inzwischen mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland einen Speicher dieser Größenordnung. Klingt unrealistisch? Elektroautos bringen heute häufig Batteriekapazitäten von Gewerbespeichern mit. Die meiste Zeit werden sie jedoch nicht für Mobilitätszwecke genutzt. Bei privaten Fahrzeugen liegt die durchschnittliche Standzeit bei mehr als 22 Stunden pro Tag. Dieses Speicherpotenzial anderweitig nutzbar zu machen, gehört seit Jahren zu den großen Ideen der Energiewende. Denn die Aufgabe liegt auf der Hand: Strom aufnehmen, wenn er im Überfluss vorhanden und günstig ist, und ihn bereitstellen, wenn er gebraucht wird, entweder dem Haushalt oder sogar dem öffentlichen Stromnetz.

Zu den Unternehmen, die dieses Konzept beharrlich verfolgt haben, gehört E3/DC. Gemeinsam mit Volkswagen entstand daraus bereits vor einigen Jahren eine erste Vehicle-to-Home-Lösung – die Wallbox „Edison“. Sie erlaubte es, Strom aus dem Fahrzeug für die Versorgung des eigenen Hauses zu nutzen. Kompatibel war „Edison V2H“ aber nur mit einem bestimmten Hauskraftwerk-Typ.

Mit der neuen bidirektionalen DC-Wallbox „edsn“ geht es zum nächsten logischen Schritt. Erstmals bringt E3/DC eine kompakte Serienlösung auf den Markt, die den Schritt von der Pilotanwendung zum standardisierten Produkt vollzieht. E3/DC kündigt an, dass die neue Ladestation mit allen Bestandssystemen und mit allen neuen Hauskraftwerken betrieben werden kann.

Highlights und spotlights

Preis für gute Ideen: In der Juni-Runde zeichnet pv magazine eine Einreichung als pv magazine spotlight aus.

Das sagt die Jury:

E3/DC: Ein Baustein für bidirektionales Laden

Bidirektionales Laden fasziniert manchen Elektromobilisten seit Jahren: Elektroautos stehen die meiste Zeit ungenutzt und könnten währenddessen netz- oder energiedienliche Aufgaben übernehmen, den Eigenverbrauch im Haus erhöhen oder bei Stromausfall als Notstromquelle dienen. Ob sich daraus tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln, muss sich zwar erst noch zeigen, aber damit diese Entwicklung Fahrt aufnehmen kann, braucht es kompatible und normgerechte Produkte. Die neue DC-Wallbox von E3/DC erfüllt die relevanten Standards und unterstützt die ID-Modelle von Volkswagen sowie weitere Fahrzeuge auf derselben Plattform. Damit adressiert sie einen bereits heute relevanten Fahrzeugbestand. Nach Ansicht der Jury ist sie daher ein Produkt, das man sich ansehen sollte – ein pv magazine spotlight.

Die Juroren:

Volker Quaschning ist Professor für regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Hans Urban ist langjähriger Experte und Consultant für Photovoltaik, Speicher und E-Mobilität. Winfried Wahl ist seit über 15 Jahren bei verschiedenen Herstellern im Bereich erneuerbare Energien tätig.

Mehr Infos, bisherige Preisträger (seit 2014) und alles zur Bewerbung unter: www.pv-magazine.de/highlights

Einsendeschluss für die nächste Runde: 7. Juli 2026

Gemeinsam mit dem Hauskraftwerk One und dem Energiemanagementsystem AI 360° bildet sie die Grundlage für das, was E3/DC als „3-fach-Energie“ bezeichnet: die Versorgung des Hauses mit selbst erzeugtem Solarstrom, die Optimierung des Strombezugs über dynamische Strommärkte und die Einbindung des Elektroautos als flexibler Speicher. Das Energiemanagement prognostiziert Solarerträge und Lastprofile, berücksichtigt dynamische Strompreise und variable Netzentgelte und entscheidet, wann Energie gespeichert, verbraucht oder vermarktet werden soll.

Die technische Voraussetzung dafür schafft die „edsn“. Die bidirektionale DC-Wallbox arbeitet mit 11 Kilowatt Lade- und Entladeleistung und unterstützt die im Fahrzeugmarkt üblichen Spannungsniveaus von 200, 400 und 800 Volt. Über den CCS-Anschluss lassen sich derzeit verschiedene Modelle aus dem Volkswagen-Konzern anbinden, darunter Fahrzeuge der ID-Familie sowie ausgewählte Modelle von Škoda und Cupra. Sie erfüllt die ISO 15118-20 Norm und ist somit Interoperabel, wobei die tatsächliche Kompatibilität auch immer vom Autohersteller abhängt. Zudem verfügt die Wallbox über die gängigen EEBus und OCPP-Schnittstellen. Wer sein Auto auf diesem Weg als Flexibilität am Strommarkt anbietet, könnte voraussichtlich 300 bis 600 Euro im Jahr verdienen, so eine vorsichtige Einschätzung des Herstellers.

Viele Jahre wurde über die Nutzung von Elektroautos als flexible Speicherressourcen gesprochen. Mit der „edsn“ liefert E3/DC nun eine der ersten marktreifen Lösungen, die diesen Ansatz in die Praxis überführt. Wegen dieses Beitrags zur Integration von Fahrzeugen in das Energiesystem sieht unsere Jury in diesem Produkt ein pv magazine Spotlight.

Foto: E3/DC
E3/DC hat angekündigt, dass die neue Ladestation mit allen Bestandssystemen und mit allen neuen Hauskraftwerken betrieben werden kann. | Foto: E3/DC

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