Die Heidelberger Druckmaschinen AG, seit 1995 erklärtermaßen ein Technologieunternehmen mit etlichen Geschäftsfeldern auch abseits der Drucktechnik, will gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen Phenogy eine Technologie- und Industrieplattform für Natrium-Ionen Batteriespeicher aufbauen. Neben anderen Übernahmen und Kooperationen, darunter eine Zusammenarbeit zur Entwicklung von Drohnen-Abwehrsystemen mit dem ukrainischen Unternehmen Skyeton, nennt Heidelberg den Einstieg in die Produktion von Natrium-Ionen-Speichern als einen wichtigen Punkt seiner strategischen Weiterentwicklung. Im Energiebereich ist Heidelberg vor allem durch den Hersteller von Elektroauto-Wallboxen Heidelberg Amperfied bekannt.
Das Ziel der bereits im Juli bekanntgemachten Kooperation der Heidelberg-Tochter HD Advanced Technologies mit Phenogy ist zunächst die Übernahme der industriellen Fertigung kompletter Energiespeichersysteme für Phenogy von der Beschaffung über die Produktion bis hin zu Rollout, Installation, Service und Wartung. Es geht hierbei um Speicher-Cabinets und Container und weitere Systemprodukte auf Grundlage eines langfristigen Rahmenliefervertrags, der zunächst in Deutschland für Europa und perspektivisch in den USA für Nordamerika gelten soll.
Integrierte Produktion als Ziel
Phenogy, gegründet 2019, ist mit derzeit rund 60 Mitarbeitern in Root bei Luzern, in Columbia (South Carolina, USA) und Singapur sowie in Bremen aktiv. Dort hat das Unternehmen im vergangenen September auch den mit 400 Kilowatt/1 Megawattstunde bis dahin größten Natrium-Ionen-Batterie in Europa in Betrieb genommen. Im Juni erhielt es für seine Technologie den „The smarter E Award“ in der Kategorie Energiespeicher.
Indem HD Advanced Technolgies Produktion und Vertrieb übernimmt, könne Phenogy selbst „seinen Fokus auf die zielgerichtete Weiterentwicklung von Zellchemie und Systemdesign richten“, heißt es zur Begründung der Kooperation. Langfristig wollen die Partner aber auch eine voll integrierte Fertigung von Natrium-Ionen-Speichern aufbauen. In einem Joint Venture wollen sie demnach ihre Kernkompetenzen zusammenbringen: Phenogy seine Natrium-Ionen-Zellchemie und sein Zelldesign, Heidelberg ein spezifisches Druckverfahren.Erklärtes Ziel sind „innovative Zellformate mit besonderen Anforderungen an Bauform und Leistungsparameter“. Dabei haben die Unternehmen insbesondere Anwendungen mit hohen Anforderungen im Blick, wie etwa kritisch Infrastruktur, Verteidigung und Mobilität.