Der Hamburger Stromhändler Flexpower hat ein neues Belieferungsmodell für Rechenzentren entwickelt. Anders als bei einer klassischen Vollversorgung sollen Betreiber verschiedene Komponenten je nach Verbrauch, Risikoprofil und Wachstumsplanung kombinieren können. Der erneuerbare Strom stammt nach Angaben des Unternehmens aus dem eigenen Direktvermarktungsportfolio mit Photovoltaik- und Windkraft-Anlagen. Die zugehörigen Herkunftsnachweise würden ebenfalls aus diesem Portfolio bereitgestellt und nicht separat zugekauft.
Um verlässliche Strompreise über Jahre und eine nachweislich grüne Lieferung zu kombinieren, bietet Flexpower eine Art Baukasten an. Für die längerfristige Preisabsicherung sollen dem Unternehmen zufolge Power Purchase Agreements (PPAs) und weitere Festpreisprodukte zur Verfügung stehen. Ein anderer Teil des Strombedarfs könne kurzfristig am Markt beschafft werden. Damit sollen Betreiber von niedrigen Marktpreisen profitieren können, ohne ihren gesamten Strombezug den Schwankungen am Spotmarkt auszusetzen.
Zum Angebot gehören zudem physische und virtuelle Batteriespeicher. Bei der virtuellen Variante handelt es sich nicht um einen Speicher am Rechenzentrum, sondern um ein Handelsprodukt, das dessen Fahrweise nachbildet. Innerhalb eines Zeitraums von jeweils 24 Stunden wird Flexpower zufolge Strom in der günstigsten Stunde gekauft und in der teuersten verkauft. Ein physischer Batteriespeicher am Rechenzentrum könne dagegen auch für das Lastmanagement eingesetzt werden. Nicht für den Standort benötigte Speicherkapazitäten will das Unternehmen an den Spotmärkten vermarkten.
Hintergrund des Angebots ist der steigende Strombedarf von Rechenzentren sowie deren Anforderungen an den Bezug erneuerbarer Energien. Nach dem Energieeffizienzgesetz müssen Betreiber ihren Stromverbrauch bereits heute bilanziell zu mindestens 50 Prozent durch Strom aus erneuerbaren Energien decken. Ab 2027 steigt der vorgeschriebene Anteil auf 100 Prozent.
Perspektivisch will Flexpower gemeinsam mit Partnern auch flexible Rechenlasten in die Strombeschaffung einbeziehen. Zeitlich verschiebbare Rechenaufgaben sollen dabei auf Strompreissignale reagieren können. Nähere Angaben dazu, wann entsprechende Modelle angeboten werden sollen, machte das Unternehmen nicht.