Enervis-Batteriespeicher-Index: Batteriespeicher-Erlöse in Deutschland bleiben im Juli auf hohem Niveau – starke Photovoltaik-Einspeisung und hohe Preise zu Spitzenlastzeiten, getrieben durch erneut gestiegene Gaspreise

Seit mehr als einem Jahr veröffentlichen wir bei Enervis monatlich einen Batteriespeicher-Index, der auf historischen Marktdaten basiert und Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher abbildet. Der Index basiert auf historischen Marktdaten und bildet die Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher sowohl aus der Teilnahme an den Spotmärkten als auch an den Regelleistungsmärkten ab. Für jeden Monat der vergangenen 13 Monate werden die jeweils erzielbaren Erlöse ausgewiesen.

Neue Erlöszahlen für Juli 2026

Nach den bereits starken Vormonaten blieben die erzielbaren Erlöse für Batteriespeicher in Deutschland auch im Juli auf einem hohen Niveau, gingen jedoch leicht um rund 6 Prozent auf etwa 16.950 Euro pro Megawatt zurück. Damit lagen sie rund 40 Prozent über dem außergewöhnlich niedrigen Niveau des Juli 2025. Die günstigen Marktbedingungen hielten somit trotz weniger extremer Preisereignisse weiter an. Die Spotmarkt-Spreads gingen zurück (Day-ahead: rund –20 Prozent gegenüber Juni), was insbesondere auf das Ausbleiben größerer Preisspitzen und negativer Preisereignisse zurückzuführen war. Dennoch blieb die Marktvolatilität vergleichsweise hoch, mit erhöhten Preisen in den Abendstunden, unter anderem getrieben durch steigende Gaspreise, sowie Preisen nahe null in Zeiten hoher Photovoltaik-Einspeisung. Der Rückgang der durchschnittlichen Spotmarkt-Spreads wurde teilweise durch die Regelleistungsmärkte ausgeglichen, da die Preise dort auf einem vergleichsweise hohen Niveau stabil blieben.

Allgemeine Trends

Die monatlich erzielbaren Erlöse schwankten in den vergangenen 13 Monaten erheblich. Das Maximum wurde im September 2025 mit 18.900 Euro pro Megawatt pro Monat erreicht, während das Minimum im Dezember 2025 bei 5700 Euro pro Megawatt pro Monat lag. Tendenziell sind die Batterieerlöse in den Sommermonaten höher, dies ist auf die in den Monaten sehr starke Photovoltaik-Erzeugung bei gleichzeitig geringer Gesamtstromnachfrage zurückzuführen. Flankierend ist die konventionelle Erzeugungskapazität saisonal bedingt in den Sommermonaten weniger am Netz, unter anderem aufgrund von Wartungsarbeiten und möglicherweise geringerer Effizienz bei Gaskraftwerken aufgrund hoher Temperaturen. Auch die Verfügbarkeit von Windenergie ist in den Sommermonaten tendenziell niedriger als in den Winter- oder Herbstmonaten. Infolgedessen führen kurzfristige Einspeiseschwankungen oder Prognoseabweichungen der Phhotovoltaik-Einspeisung in den Sommermonaten unmittelbar zu größerer Volatilität an den Märkten. Dies zeigt sich direkt in einem intensiveren Handel auf dem Intraday Markt.

In den vergangenen zwölf Monaten betrugen die Batteriespeichererlöse im Mittel knapp über 12.900 Euro pro Megawatt pro Monat (rund 155.000 Euro pro Megawatt für das Gesamtjahr).

Erwartete Erlöse 2026

Analog zur Vorgehensweise für die Historie, bieten wir mit dem Enervis Batteriespeicher- Index auch einen Blick nach vorne. Basierend auf unseren aktuellen Strompreisprognosen, wird der Einsatz eines typischen Stand-alone-Speichers im Jahr 2026 modelliert.

Für das Erlöspotenzial im Gesamtjahr liegt weiterhin unser Current Efforts Szenario Q3/2026 zugrunden Aktualisierung des Szenarios erfolgte in diesem Monat nicht. Die prognostizierten Erlöse belaufen sich aktuell auf 151.500 Euro pro Megawatt. Damit liegen sie rund 3800 Euro pro Megawatt unter dem Durchschnitt der erzielbaren Erlöse der vergangenen zwölf Monate. Die zugrunde gelegten Speicherparameter wurden dabei unverändert beibehalten.

Über die Autoren:

Mirko Schlossarczyk ist Geschäftsführer der energiewirtschaftlichen Unternehmensberatung Enervis energy advisors und ein erfahrener Strommarktexperte. Sein Beratungsschwerpunkt liegt auf Strompreisprognosen, Strommarktszenarien und der Asset-Bewertung von Batteriespeichern.

Jonas Anthonioz ist Berater bei Enervis und für Batteriespeicher-relevante Themen zuständig. Neben der Erlösbewertung und Wirtschaftlichkeitsanalyse von Batteriespeicherprojekten entwickelte er den Enervis BESS-Index und den dazugehörigen BESS-Index-Report.

Wenn Sie an einer detaillierteren Analyse und dem vollständigen Report interessiert sind, können Sie diesen hier anfordern.

Tags:Keine Tags