Behörde erteilt Baugenehmigung für schottischen Langzeit-Batteriespeicher mit 3,6-Gigawattstunden Kapazität

Das schottische 18-Stunden-Batteriespeicherprojekt „Rigifa BESS“ hat die Baugenehmigung erhalten. Damit ist der Weg frei für den Bau des zweitgrößten Batterieprojekts, das im Rahmen des neuen britischen „Cap-and-Floor“-Programms für Langzeitspeicher (LDES) entsteht.

Bex Sherwood, Leiterin der Entwicklungsabteilung bei Field, gab auf LinkedIn bekannt, dass für das 200-Megawatt-/3.600-Megawattstunden-Projekt eine „unwiderrufliche Baugenehmigung“ erteilt wurde. Der Entwickler hat vier weitere Speicher in Großbritannien im Bau. Zudem sind sechs Speicher in Deutschland und in Großbritannien in Betrieb. Dazu zählt ein Batteriepark mit 16 Megawatt Leistung und 33 Megawattstunden Kapazität im hessischen Waldkappel.

Rigifa BESS ist eines von fünf Field-Projekten, das die britische Energieregulierungsbehörde Ofgem für eine Förderung im Rahmen des bevorstehenden LDES-Cap-and-Floor-Programms ausgewählt hat. Auf dieser Liste finden sich drei weitere Projekte in Nordschottland – darunter das größte Cap-and-Floor-BESS namens Field New Deer (400 Megawatt/7.200 Megawattstunden) – sowie das 200 Megawatt/3.300 Megawattstunden große Field-Long-Stratton-Projekt, das das Unternehmen derzeit in Ostengland entwickelt.

Cap-and-Floor-Programm garantiert Mindesterlöse

Für Projekte wie Rigifa soll das LDES-Cap-and-Floor-Modell die erforderliche Ertragssicherheit bieten, um Investitionen in große, langfristig angelegte Speicher zu unterstützen. Die Förderung ähnelt in ihrer Ausgestaltung einem Cap-and-Floor-Programm, das für britische Netzprojekte eingeführt wurde. „Cap-and-Floor“ bietet Vorhaben in der Regel eine garantierte Mindestvergütung. Dabei werden die Einnahmen aufgestockt, wenn die Marktpreise unter dieses Niveau fallen. Der Projektbetreiber muss zudem alle Einnahmen zurückzahlen, die die vereinbarte Preisobergrenze überschreiten.

Ofgem veröffentlichte im Juni 2026 seine „Minded-to“-Entscheidungen für LDES-Projekte. Dabei wählte die Behörde 16 Projekte aus einer im September 2025 veröffentlichten Auswahlliste von 77 Projekten aus. Der Batteriespeicher-Ausbau in Großbritannien wurde bisher weitgehend vom privaten Sektor vorangetrieben. Staatliche Ertragsgarantien nach dem Vorbild von Contracts for Differences für Photovoltaik- und Windenergieprojekte gab es für die Speicher bislang nicht.

Ein hochrangiger Vertreter von Ofgem erklärte gegenüber pv magazine, dass die Regulierungsbehörde bei der Beurteilung der Notwendigkeit einer Marktintervention durch eine LDES-Ober- und Untergrenze ein konkretes Marktversagen festgestellt habe. Das LDES-Cap-and-Floor-Modell soll dies ausgleichen.

Nach Fertigstellung wird Rigifa BESS an das Umspannwerk Gills Bay in der Nähe von Thurso an der Nordküste Schottlands angeschlossen. Die Windenergie in Schottland unterlag bisher erheblichen Einspeisebeschränkungen. Sieben der 16 von Ofgem ausgewählten LDES-Cap-and-Floor-Projekte befinden sich im Norden Schottlands. Dazu gehören die vier Field-Batteriespeicher sowie drei Pumpspeicherkraftwerksprojekte.

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