Angebot an die europäische Politik: Klimaziele einhalten und Stromkosten senken

Auf dem „Solarpower Summit“ stellte der europäische Photovoltaik-Verband in einer Studie konkrete Ausbauziele für Photovoltaik, Windkraft und Speicher vor. Damit ließen sich Strompreise um 25 Prozent senken.

Der europäische Photovoltaik-Verband Solarpower Europe setzt dem „Weiterso“- ein „Solar+“- Szenario entgegen, um die EU-Klimaziele für 2030 einzuhalten. Diese seien nämlich in Gefahr, so Per Magnus Nysveen, Co-Founder von Rystad, und Michael Schmela, Leiter Marktforschung bei Solarpower Europe, auf dem „Solarpower Summit“ in Brüssel. Sie gehen davon aus, dass unter jetzigen Bedingungen bis 2030 574 Gigawatt installiert würden. Für das „Solar+“-Szenario optimierte Rystad die Investitionen und den Betrieb der Photovoltaik- und Windkraft-Erzeugung, von Speichern und die Übertragung. In diesem Szenario steigt die installierte Photovoltaik-Leistung au 668 Gigawatt. Statt116 Gigawatt 2,3-Stunden-Speicher sieht es 170 Gigawatt an 3,5-Stunden-Speicher vor.

Die Mechanismen des stärkeren Speicherausbaus sind unumstritten: Eine höhere Batteriespeicherkapazität erlaubt es, mehr günstigen Solar- und Windstrom zu Zeiten nutzbar wird, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Dadurch steigt der Anteil der erneuerbaren Erzeugung im Jahr 2030 auf 68 Prozent, statt auf nur 64 Prozent im „Weiterso“-Szenario, so die Studienautoren. Gleichzeitig reduziert der Zubau die Zeiten, zu denen Gaskraftwerke an der Strombörse den Preis setzen von 82 Prozent auf 76 Prozent.

Da der Strom aus Gaskraftwerken besonders teuer ist, senkt das den durchschnittlichen Strompreis. Wird er in Deutschland durch den Zubau auch im „Weiterso“-Szenario um 17 Prozent unter den heutigen Werten liegen, ist er im „Solar+“-Szenario sogar ein Viertel günstiger. Das drückt sich auch dadurch aus, dass die Gas-Importkosten 2030 um neun Milliarden Euro gesenkt werden.

Der intensivere Speicherausbau erhöht außerdem den Wert des Solarstroms, da dieser mehr Abnehmer findet. Das erlaubt einen höheren Photovoltaik-Zubau mit weniger Förderung als im Fall mit weniger Batteriespeicher. Ob dieser Effekt ausreicht, die im „Solar+“-Szenario vorgesehene höhere Photovoltaik-Leistung zu finanzieren, diskutiert die Studie nicht.

Wenn das der Fall sein sollte und sich die Batteriespeicher durch den Energiehandel ohne Förderung selbst finanzieren, was derzeit der Fall ist, hat das „Solar+“-Szenario genau die Effekte, die die Politik derzeit zu erreichen sucht: billigere Strompreise bei gleichzeitiger Einhaltung der Klimaziele, ohne höhere Ausgaben.

Damit das Szenario umgesetzt werden kann, schlägt der Solarpower Europe eine Reihe von Maßnahmen vor. Dazu gehört ein Flexibility-First-Ansatz bei der Planung der Netze, des Markdesigns und der Regulierung. Es seien Maßnahmen nötig, die die Investitionen in Speicher erhöhen. Außerdem solle die EU einen Elektrifizierungsplan koordinieren.

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